Der Übersetzer

Michael Lochhaas gehört zum Team des Qualitätsmanagements (QM) und Medizincontrollings (MC), das im Alexianer Krankenhaus Aachen gemeinsam in einer Abteilung geführt wird. Was er dort macht? „Ich bin Übersetzer“, sagt Lochhaas. – Was bedeutet das?

Das Qualitätsmanagement befasst sich mit Prozessen und Standards im Krankenhaus. Es beschreibt Abläufe und achtet auf die Einhaltung. Gleichzeitig prüft es, welche Verbesserungen möglich sind und entwickelt, gemeinsam mit allen Berufsgruppen, Wege, diese Verbesserungen umzusetzen. „Als Übersetzer bringen die QM-Fachleute in solchen Prozessen die verschiedenen Sichtweisen zusammen“, erklärt Lochhaas.

Diese Rolle erfüllen auch die Medizincontroller. Ein Beispiel: Die Verwaltung stellt fest, dass sich die Behandlungsdauer auf einer Station verändert. Das Medizincontrolling kann die Zahlen dazu fachlich einordnen, weil es beide Seiten kennt: das Controlling einerseits, die sich wandelnden Abläufe, Rahmenbedingungen und Entwicklungen der praktischen Arbeit mit den Patientinnen und Patienten andererseits. So kann es den Kolleginnen und Kollegen in der Abrechnung die Veränderungen erklären und den Kolleginnen und Kollegen in Pflege, Medizin und Therapie, warum die Dokumentation ihrer praktischen Arbeit so wichtig ist. – Übersetzungsarbeit eben.

Rundum erfahren Lochhaas kommt dabei seine große Erfahrung zugute. Der groß gewachsene Mann in den 50-ern ist examinierter Krankenpfleger mit Weiterbildung zur Stationsleitung sowie Codierfachkraft Psychiatrie. Dabei landete er zunächst auf Umwegen in der Pflege.

Als er in jungen Jahren auf einen Medizin-Studienplatz wartete (und deshalb schon mal angefangen hatte, E-Technik zu studieren), empfahl ihm eine Freundin, sich die Krankenpflege anzuschauen. Aus Neugierde schrieb er eine Bewerbung und bekam den Ausbildungsplatz. Zwar trat er das Medizinstudium später tatsächlich noch an, aber die Pflege ließ ihn nicht mehr los. Nach Stationen in anderen Krankenhäusern arbeitet Lochhaas seit 1998 im Alexianer Krankenhaus Aachen. 2001 wurde er pflegerische Stationsleitung. Er kennt das Haus wie seine Westentasche. Er hat in der Gerontopsychiatrie gearbeitet, in der Suchtmedizin, im Akutbereich der Allgemeinpsychiatrie.

Entwicklung fasziniert

2017 dann der Wechsel. Mit zwei ebenfalls erfahrenen Kollegen und einer Kollegin bildet Lochhaas heute das QM/MC-Team des Krankenhauses. Zu ihren Aufgaben gehören auch statistische Auswertungen, Zuarbeiten zu Budgetverhandlungen, die Schulung der Krankenhausmitarbeiter in den eingesetzten Dokumentations- und Krankenhausinformationssystemen sowie die Umsetzung neuer gesetzlicher Vorgaben etwa in Datenschutzfragen oder bei der Etablierung des Entlassmanagements.

„Durch meine Arbeit bekomme ich unmittelbar mit, wie sich das Haus entwickelt“, antwortet Lochhaas, warum ihm seine Arbeit gefällt. „Eine Entwicklung, die auch mir persönlich viel ermöglicht hat. Ich bin dem Haus sehr verbunden.“


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