Von Aachen in die Welt

Wie die Alexianer insgesamt kümmern sich auch die Alexianer in Aachen durch die Jahrhunderte um die Armen, Kranken und Sterbenden. Dabei nimmt Aachen eine besondere Rolle ein: Es ist der älteste Standort der Alexianer in Deutschland.

Seit mindestens 1334

… ist die Anwesenheit der Brotbegarden in Aachen belegt. Damit ist Aachen der älteste Standort der Alexianer in Deutschland.

Die Brotbegarden waren die unmittelbaren Vorläufer der Alexianer. Sie erbettelten, was sie zum täglichen Leben benötigten, und teilten mit den Ärmsten.

Aachen ist tatsächlich eine der Keimzellen der Alexianer in Deutschland. Von hier aus wachsen die Alexianer. 1861 gründen die Aachener Alexianer die Niederlassung in Krefeld. Später folgen die Niederlassungen in Münster und Köln sowie an weiteren Orten.

Anno 1866

… wagen die Aachener Alexianer sogar den Sprung über den großen Teich: Sie gehen in die USA und gründen eine Niederlassung in Chicago.

Weitere Standorte in den Vereinigten Staaten folgen. Auch in England und Irland entstehen Niederlassungen. Von Aachen aus werden die Alexianer zu einem international tätigen Orden. Aus der Brüdergemeinschaft wird eine weltweite Kongregation. Sitz des Generalats, der Gesamtleitung der weltweit tätigen Alexianer, ist Aachen.

Doch die beiden Weltkriege verändern die Alexianer-Welt

Im Ersten Weltkrieg werden die Brüder eingezogen, dienen freiwillig in Lazaretten oder betreuen insbesondere psychisch verwundete Soldaten in ihren Häusern. Im Zweiten Weltkrieg werden viele Standorte schwer beschädigt, so auch 1944 das Mutterhaus in Aachen. Schon mit der der Machtübernahme der Nationalsozialisten hatten auch für die Alexianer Repressalien begonnen. Patienten wurden deportiert und fielen „Euthanasie“-Programmen zum Opfer.

1936 verlagern die Alexianer unter dem Eindruck der Ereignisse das Generalat von Aachen nach Henri-Chapelle in Belgien. In den schwierigen Nachkriegsbedingungen verlegen sie das Generalat schließlich in die USA. Hier befindet es sich heute noch. Die Alexianer in Aachen (wie überall in Deutschland) bauen ihre Einrichtungen wieder auf und erweitern ihre Angebote. Dabei folgen sie den Empfehlungen der Psychiatrie-Enquête, die in den 1970er-Jahren die Modernisierung der Psychiatrie in Deutschland von „Verwahranstalten“ zu sozialpsychiatrischen, lebensnahen Einrichtungen einläutet.

Moderne + Tradition = Zukunftsorientierung

Heute gehören zur Alexianer Aachen GmbH das Alexianer Krankenhaus Aachen als Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik sowie der Alexianer Wohn- und Beschäftigungsverbund Aachen für Menschen mit psychischen und geistigen Behinderungen und das Zentrum für Ambulante Dienstleistungen Pia causa.

Das Kloster der Alexianerbrüder in Aachen dient noch heute als Mutterhaus der Ordensgemeinschaft.

Doch auch wo Moderne und Tradition sich begegnen, bleibt die Zeit nicht stehen. Zukunftsorientierung heißt für uns, dass wir uns Herausforderungen frühzeitig stellen. So planen wir in Aachen derzeit eine umfassende Modernisierung und Erweiterung unseres Hauptstandortes am Alexianergraben. Wir arbeiten schon jetzt an den notwendigen Vorbereitungen zur Umsetzung des Bundesteilhabegesetzes Anfang 2020. Und wir differenzieren unser Angebot bedarfsgerecht weiter aus. Dazu stehen neue Angebote wie etwa das MZEB als Medizinisches Zentrum für Menschen mit schweren Behinderungen oder die Gründung einer Werkstatt für Menschen mit Behinderungen in den Startlöchern.


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