Interaktiv: Die Medienwerkstatt „Radio am Alex“ sendet in der Corona-Krise ein besonderes Programm

In der Medienwerkstatt: Beate Lafos und Norbert Pelzer
In der Medienwerkstatt: Beate Lafos und Norbert Pelzer

, Alexianer Wohn- und Beschäftigungsverbund Aachen

Im Alexianer Wohn- und Beschäftigungsverbund Aachen finden Menschen Unterstützung, deren Teilhabe am gesellschaftlichen Leben beeinträchtigt ist. Die Beeinträchtigung kann durch eine psychische oder geistige Behinderung verursacht sein oder durch eine Suchterkrankung. Zu den Angeboten gehören neben vielfältigen Wohnmöglichkeiten auch zahlreiche Angebote der Tagesstruktur und Arbeitstherapie. Eines dieser Angebote ist die Medienwerkstatt „Radio am Alex“. In Zeiten der Corona-Krise mit Kontaktsperre und vorgeschriebenen Schließungen setzt Radio am Alex auf ein besonderes Programm, um die Teilnehmer zu erreichen: die Medienwerkstatt interaktiv.

„Wir senden werktäglich um 12 Uhr einen Video- oder Audiobeitrag, in dem wir unsere Zuschauer und Zuhörer auffordern und anleiten, zu bestimmten Themen kreativ und aktiv zu werden“, beschreibt die Diplom-Pädagogin und Anleiterin bei Radio am Alex Beate Lafos, wie der Internetsender in der derzeitigen Lage ein besonderes Programm auf die Beine stellt. „Wer möchte, kann uns Fotos oder Scans zumailen, wie er oder sie die Anregungen umgesetzt hat. Ein Teil der Einsendungen wird dann auf unserer Internetseite www.radio-am-alex.de veröffentlicht“, ergänzt ihr Kollege, Heilerziehungspfleger Norbert Pelzer.

Zusätzlich unterhält Radio am Alex sein Publikum mit Rätseln und kleinen Wettbewerben. Die interaktiven Beiträge erscheinen in der Rubrik „Hausgemacht“, die Einsendungen des Publikums in der Rubrik „Interaktiv“. Und im „Radio-Homeoffice“ gibt es thematisch passende Auftragsarbeiten von Teilnehmern zu hören. Das Angebot richtet sich an alle Menschen, die in der aktuellen Zeit zu Hause aktiv sein möchten, hat aber darüber hinaus besonders die Menschen im Blick, die als Teilnehmer der tagesstrukturierenden Angebote der Alexianer derzeit aufgrund der bestehenden Kontaktsperren und Abstandregeln nicht wie gewohnt in die Einrichtungen und Angebote kommen können.

„Unsere interaktive Medienwerkstatt eröffnet unseren Teilnehmern, die derzeit nicht wie gewohnt zu uns kommen können, einen neuen Kanal der Betätigung und der täglichen Struktur auch im häuslichen Setting“, erläutert Dirk Triphaus, Leiter Arbeitstherapie und Tagesstruktur der Aachener Alexianer. „Darüber hinaus gibt es durch die Wettbewerbe (zum Beispiel die Aufforderung, das schönste Frühlingsfoto aufzunehmen), Anregungen für Klienten und Klientinnen, die derzeit wie wir alle möglichst zu Hause sind, die Wohnung auch allein mal zu verlassen und sich an der frischen Luft zu bewegen.“

Zusätzlich halten die Therapeuten zu vielen Teilnehmern regelmäßig Kontakt per Videochat und Telefon. Und für Menschen, für die eine persönliche Betreuung unverzichtbar ist, gibt es eine spezielle Notversorgung. Das gilt nicht nur für die Medienwerkstatt, sondern auch für die weiteren Tagesstrukturangebote der Alexianer.

2006 mit einfachsten Mitteln als Internetradio-Projekt entstanden, ist Radio am Alex heute multimedial aufgestellt. Außerhalb der aktuellen Krisenlage erhalten hier rund 20 Teilnehmende individuell sinnstiftende und zielführende Beschäftigungs- und Entwicklungsmöglichkeiten. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gestalten mit unterschiedlichen Medien (Audio, Video, Foto, Text) kreative Beiträge. Alle Beiträge sind dauerhaft auf der Internetseite abrufbar. 2013 erhielt Radio am Alex für seinen sozial- und lokalradiospezifischen Charakter die „Presse-Ente“, den lokalen Medienpreis des Bezirksvereins Aachener Presse im Deutschen Journalistenverband. Zuvor hatte das Internetradio bereits eine Förderung der Aktion Mensch erhalten. Derzeit hoffen die Alexianer auf eine Bewilligung weiterer Fördergelder der Aktion Mensch, um die Medienplattform weiter ausbauen zu können. Dazu haben sie im Förderprogramm „Aktion Corona-Soforthilfe“ einen Antrag gestellt.

So ist geplant, eine „Virtuelle Assistenz und Kommunikation“ einzurichten. Zielgruppe des Projekts sind vor allem Menschen mit erheblichen Teilhabeeinschränkungen (psychische Behinderung, Behinderung aufgrund einer Abhängigkeitserkrankung, geistige Behinderung). Das Projekt soll es in der Corona-Pandemie erleichtern, den Kontakt zu den Klienten durch die visuelle Kommunikation zu halten, eine planvolle Tagesstruktur zu gestalten, kognitive Trainings durchzuführen und Kreativ- und Gestaltungsmaßnahmen anzubieten.

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