Verständnis wecken für unsichtbare Behinderungen

Unter dem Titel „Anders sein“ haben der VKM Aachen e. V. und die Alexianer Aachen GmbH in zwei Projekten vier Kurzfilme zu unsichtbaren Behinderungen erstellt. Beide Träger unterstützen und begleiten Menschen mit Behinderung und möchten aufklären, um Stigmatisierung abzubauen und zu verhindern. Die Filme sind gefördert durch die Aktion Mensch.

Die Clips bieten Denkanstöße an. Sie regen zur Auseinandersetzung mit möglichen Vorurteilen oder Verurteilungen an. Sie sensibilisieren, informieren und fördern inklusive Sichtweisen.

Menschen mit Behinderung beteiligten sich intensiv bei der konkreten Themenfindung. Sie berichteten über viele alltägliche Schwierigkeiten und Problemstellungen. Daraus entwickelten sich die Drehbücher. So fallen die Betroffenen in vielen Situationen durch ihre Verhaltensweisen auf. Die Reaktionen sind meist stigmatisierend. Die Betroffenen fühlen sich missverstanden und gesellschaftlich nicht akzeptiert. Die Kurzfilme greifen solche Situationen beispielhaft auf.

Die Clips befassen sich mit den Themen Autismus-Spektrum-Störung, Angststörung und Zwangsstörung. Sie werden in ausgewählten Kinos gezeigt, in Fortbildungen und bei weiteren Veranstaltungen.

Keine Zeit für Smalltalks

Tim ist 23 Jahre alt und an einer Angststörung erkrankt. Eine Angststörung kann den Alltag der Betroffenen komplett beherrschen. Die Erkrankung begleitet die Betroffenen über kurze oder lange Zeit.

Im Clip sehen wir Tim bei einer Busfahrt. Offensichtlich geht es ihm während der Fahrt zunehmend schlecht. Er empfindet die Geräusche als unangenehm und laut. Der Raum im Bus scheint immer kleiner und drückender zu werden. Wie viele Menschen mit einer Angststörung hat auch Tim eine Bewältigungsstrategie entwickelt, um in solchen Situationen die Angst in den Griff zu bekommen. Er greift zu seiner Quietscheente …

Für die Außenwelt wirken solche Bewältigungsstrategien häufig befremdlich. Daher fallen die betroffenen Menschen in Alltagssituationen auf und werden häufig stigmatisiert. Der Clip löst die Situation humorvoll auf.

Im Supermarkt

Vera ist 22 Jahre alt und an einer Zwangsstörung erkrankt. Menschen, die an Zwangsstörungen leiden, haben für sich feste Rituale und Regeln entwickelt, die sie durchführen müssen. Diese Zwangshandlungen bestimmen das ganze Leben und können zu Problemen im Alltag führen.

Im Clip sehen wir Vera beim Einkaufen im Supermarkt. Sie ist zunehmend gestresst. Die Umwelteinflüsse erdrücken sie. Geräusche schmerzen in ihren Ohren. Lichtreflexe blenden sie. Veras Handlungen werden immer hektischer. Um sich abzulenken, beginnt Vera, ein Regal umzusortieren, um es in ihre ganz persönliche Ordnung zu bringen. Diese äußere Ordnung gibt ihr Struktur und Sicherheit.

Solche und ähnlich geartete Zwangshandlungen irritieren Beobachter, sie weichen von üblichen Verhaltensmustern ab, Betroffene fallen auf. Sie werden aufgrund ihres Verhaltens stigmatisiert. Im Clip entspannt eine Mitarbeiterin des Supermarktes durch ihre Gelassenheit die Situation.


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